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Unter den vielen Arten von Meditation, die es heute in der
Welt gibt, nimmt die Vipassana-Methode, die von S.N. Goenka
gelehrt wird, eine besondere Stellung ein. Die Technik ist
ein einfacher, logischer Weg, um Frieden des Geistes zu erlangen
und ein glückliches, nützliches Leben zu führen. Vipassana
ist innerhalb der Buddhistischen Gemeinde Burmas über Jahrhunderte
hinweg bewahrt und lebendig gehalten worden. Es enthält selbst
nichts, was als konfessionsgebunden angesehen werden könnte
oder was nur Menschen bestimmter Religionszugehörigkeit ansprechen
würde; Vipassana kann von Menschen jeglicher Herkunft geübt
werden.
S.N. Goenka stammt aus einer konservativen Hindu-Familie.
Er war ein sehr erfolgreicher Unternehmer und Leiter der indischen
Gemeinde in Burma. Jetzt lebt er im Ruhestand. Seit seiner
Jugend litt er an starker Migräne. Die Suche nach Heilung
brachte ihn 1955 zu Sayagyi U Ba Khin, einem hohen Staatsbeamten
und Meditationslehrer. In Vipassana, gelehrt von Sayagyi U
Ba Khin, fand S.N. Goenka eine Methode, die weit über die
Linderung der Symptome körperlicher Erkrankungen hinausging
und sowohl kulturelle wie religiöse Grenzen überschritt. In
den darauffolgenden Jahren der Praxis und des Studiums unter
der Anleitung seines Lehrers verwandelte Vipassana sein Leben.
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1969 wurde S.N. Goenka von Sayagyi U Ba Khin zum Vipassana-Lehrer
ernannt. Im gleichen Jahr reiste S.N. Goenka nach Indien und begann
dort, diese Technik in ihrem Ursprungsland wieder bekannt zu machen
und von neuem zu verbreiten. In einem Land, das noch immer streng
in Kasten und Religionen gespalten ist, haben die Kurse von S.N.
Goenka Tausende von Menschen aller Schichten und Bekenntnisse angezogen.
Ebenso haben auch Tausende aus westlichen Ländern, die sich von
dem praktischen Charakter der Technik angesprochen fühlten, an Vipassana-Kursen
teilgenommen.
Das beste Beispiel, die positiven Aspekte Vipassanas zu veranschaulichen,
ist S.N. Goenka selbst. Er ist ein pragmatischer Mensch, mit den
Realitäten des Lebens vertraut und der Fähigkeit, klar
und bestimmt die richtigen Entscheidungen zu treffen, ohne seine
aussergewöhnliche Gelassenheit zu verlieren. Diese Ruhe geht
einher mit einem tiefen Mitgefühl für andere, seiner Fähigkeit,
sich in Menschen einzufühlen. Trotz allem ist nichts Formelles,
Strenges oder feierlich Ernstes an ihm. Er besitzt einen mitreissenden
Humor, der in seinen Lehrvorträgen immer wieder zum Vorschein
kommt. An sein Lächeln und sein herzerfrischendes Lachen wird
sich jeder Kursteilnehmer noch lange erinnern, ebenso wie an seinen
oft wiederholten Leitspruch: Be Happy! Es ist offensichtlich,
dass Vipassana ihm Glück gebracht hat und dass er aus seinem
tiefsten Inneren heraus wünscht, dieses Glück mit anderen
zu teilen.
Trotz seiner fesselnden Erscheinung und seines Charismas hat S.N.
Goenka nicht das geringste Interesse daran, ein Guru zu sein, der
seine Schüler in Abhängige verwandelt. Er lehrt stattdessen Selbstverantwortlichkeit.
Wirklich testen, so sagt er, lässt sich Vipassana erst dadurch,
dass man die Technik anwendet. Er ermutigt die Meditierenden, anstatt
ihm zu Füssen zu sitzen, hinaus in die Welt zu gehen und dort glücklich
zu leben. Jeder Form der Verehrung seiner Person weicht er aus.
Wichtig ist ihm, dass seine Schüler und Schülerinnen ihre Hingabe
und ihr Vertrauen in die Technik legen und mit Vipassana zu der
Wahrheit in sich selbst finden.
Es war in Burma früher das Vorrecht der Mönche, Meditation zu lehren.
S.N. Goenka ist zwar wie sein Lehrer Laie und Oberhaupt einer grossen
Familie, doch die Klarheit seiner Lehre und die Wirksamkeit der
Technik wird von vielen angesehenen Mönchen und einflussreichen
Ordensälteren in Burma, Indien und Sri Lanka hochgeschätzt.
S.N. Goenka besteht nachdrücklich darauf, dass Meditation, wenn
sie ihre Reinheit bewahren soll, niemals zum Geschäft werden darf.
Kurse und Zentren, die unter seiner Leitung geführt werden, arbeiten
vollständig ohne Profitorientierung. Er selbst erhält keinerlei
Vergütung für seine Arbeit, weder direkt noch indirekt, ebenso wenig
wie die Assistenzlehrer. Er verbreitet die Vipassana-Technik ausschliesslich,
um der Menschheit zu dienen und um jenen zu helfen, die Hilfe brauchen.
S.N. Goenka ist einer der wenigen spirituellen Lehrer Indiens,
die gleichermassen in Indien wie im Westen grosses Ansehen geniessen.
Ohne Wirbel um seine Person zu veranstalten, hat er darauf gebaut,
dass sich das Interesse an Vipassana durch Empfehlung verbreitet.
Dazu betont er immer wieder die Wichtigkeit der Praxis gegenüber
dem blossen Schreiben und Studieren von Büchern und Artikeln über
Meditation.
Quelle: W. HART, Die Kunst des
Lebens, Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka
In den vergangenen Monaten hat S.N. Goenka international an zusätzlicher
Bekanntheit gewonnen durch seine Einladung an das „World
Economic Forum“ in Davos im Februar 2000 sowie an das "Millennium
World Peace Summit" (Milleniums Weltkongress der religiösen
und geistigen Führer) der Vereinigten Nationen in New York im August
2000. Im September 2000 nimmt er zudem an einer internationalen
Konferenz in Massachusetts USA teil mit dem Titel "Insights
from an Ancient Tradition: Medicine, Science & Spirituality
in the Light of Vipassana Meditation".
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